Über 800 Wildunfälle in einem Jahr: Polizei warnt vor Gefahr bei Dämmerung
(Kanton Graubünden GR). In Graubünden ereignen sich jedes Jahr mehrere hundert Wildunfälle – allein im letzten Jahr waren es über 800.
Besonders betroffen: Rehe, Rothirsche, Füchse und Feldhasen.
- Wildunfälle: Mehr als 800 im vergangenen Jahr in Graubünden.
- Betroffene Tiere: Vor allem Rehe, Rothirsche, Füchse und Feldhasen.
- Besondere Gefahr: Dämmerung und Nacht sowie Frühling und Herbst.
- Risikostellen: Waldstrassen, Feldwege und ländliche Gebiete.
- Zeitumstellung: Erhöhte Aufmerksamkeit bei veränderten Lichtverhältnissen.
- Bei Wildwechsel: Geschwindigkeit reduzieren, bremsbereit bleiben und nicht abrupt ausweichen.
- Nach einer Kollision: Unfallstelle sichern, Polizei informieren und das Tier nicht berühren.
Wildunfälle auf den Strassen Graubündens – Vorsicht in der Dämmerung!
Die Unfälle geschehen vor allem in der Dämmerung und nachts sowie im Frühling und Herbst, wenn Wildtiere vermehrt wandern. Waldstrassen, Feldwege und ländliche Gebiete sind Hotspots – eingeschränkte Sicht, hohe Geschwindigkeit und plötzlich überquerende Tiere sind die häufigsten Ursachen.
Besonders heikel: die Tage nach der Zeitumstellung!
Die gewohnte Dämmerungsfahrt findet nun im Dunkeln statt. Das erhöht das Wildunfallrisiko deutlich. Rechnen Sie in dieser Zeit mit extra Vorsicht.
So können Sie Wildunfälle vermeiden:
- Geschwindigkeit reduzieren, besonders bei Wildwarnschildern
- In der Dämmerung und nachts besonders aufmerksam fahren
- Bremsbereit bleiben und den Strassenrand beobachten
- Fernlicht gezielt einsetzen, bei Gegenverkehr abblenden
- Nicht ausweichen – das führt oft zu schwereren Unfällen
- Von Nachzüglern ausgehen: Oft wechseln mehrere Tiere über die Strasse
Und falls es doch einmal passiert:
- Unfallstelle sichern (Warnblinker, Warnweste, Warndreieck)
- Verletzte Personen versorgen, bei Bedarf Rettungsdienst rufen
- Polizei informieren
- Verletztes oder totes Tier nicht anfassen
- Unfallstelle nicht verlassen – warten, bis Polizei oder Wildhüter eintreffen
Fahren Sie achtsam – für Ihre Sicherheit und die unserer Wildtiere.
Quelle: Kantonspolizei Graubünden
Bildquelle: Kantonspolizei Graubünden
Wildtiere im Scheinwerferlicht: Warum Sekunden über die Sicherheit entscheiden
Auf einer dunklen Landstrasse kann eine Gefahr auftauchen, bevor Autofahrende reagieren können. Wie viel Zeit tatsächlich bleibt, hängt vor allem von der Geschwindigkeit, der Sichtweite und der Aufmerksamkeit ab.
Wie weit fährt ein Auto in einer einzigen Sekunde?
Das sind reine Fahrstrecken während einer Sekunde – noch ohne Bremsweg. Wer abgelenkt oder müde ist, reagiert möglicherweise später.
Drei Dinge, die beim Fahren in der Dunkelheit oft unterschätzt werden
1. Die Sichtweite bestimmt die sichere Geschwindigkeit. Wer nur einen begrenzten Abschnitt der Strasse überblickt, muss so langsam fahren, dass das Fahrzeug innerhalb der überblickbaren Strecke angehalten werden kann. Bei Dunkelheit oder Nebel kann dies eine deutlich tiefere Geschwindigkeit erfordern.
2. Beschlagene oder verschmutzte Scheiben verschlechtern die Sicht. Reinigen Sie Frontscheibe und Scheinwerfer regelmässig. Kontrollieren Sie vor der Fahrt, ob die Scheiben innen beschlagen sind.
3. Blendung kostet Aufmerksamkeit. Nach dem Blick in helle Scheinwerfer benötigt das Auge Zeit, um sich wieder an die Dunkelheit anzupassen. Blicken Sie deshalb nicht direkt ins Licht entgegenkommender Fahrzeuge, sondern orientieren Sie sich am rechten Fahrbahnrand.
Warum Wildtiere so schwer einzuschätzen sind
Unberechenbare Bewegungen: Ein Tier kann am Strassenrand stehen bleiben, plötzlich loslaufen oder seine Richtung ändern. Aus seiner momentanen Position lässt sich deshalb nicht zuverlässig ableiten, wohin es sich bewegen wird.
Unterschiedliche Grössen: Kleine Tiere sind nahe am Boden oft erst spät erkennbar. Grössere Wildtiere wiederum können bei einer Kollision erhebliche Kräfte auf ein Fahrzeug ausüben.
Ein praktischer Sicherheitscheck vor der Nachtfahrt
- Sind Frontscheibe und Scheinwerfer sauber?
- Funktionieren Abblendlicht und Fernlicht?
- Ist die Frontscheibe frei von Beschlag?
- Bin ich wach, konzentriert und fahrtüchtig?
- Kann ich innerhalb der sichtbaren Strecke sicher anhalten?
Weitere Ratgeber finden Sie bei Polizeinews Prävention. Aktuelle Verkehrsmeldungen bietet Verkehrsmeldungen Schweiz.
Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion
