Weisser Schleim im Bach entdeckt: Polizei untersucht Verschmutzung durch Abwasser

(Mörschwil SG). Am Freitagnachmittag (16.10.2026) ist durch den Umweltschadendienst des Kantons St.Gallen eine Gewässerverschmutzung gemeldet worden.

Im Gebiet Aachen hatte sich im Schwärzebach ein sogenannter Abwasserpilz gebildet. Woher die Verschmutzung stammt und ob die Tier- und Pflanzenwelt dadurch geschädigt wurde, wird abgeklärt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vorfall: Gewässerverschmutzung im Schwärzebach festgestellt
  • Zeitpunkt: Freitag, 16. Oktober 2026, kurz nach 15.45 Uhr gemeldet
  • Ort: Gebiet Aachen in Mörschwil
  • Auffälligkeit: Weisslicher, schleimiger Belag im Bach
  • Feststellung: Sogenannter Abwasserpilz
  • Möglicher Hintergrund: Einleitung von nicht oder ungenügend gereinigtem Abwasser
  • Ursache: Herkunft der Verschmutzung noch ungeklärt
  • Umweltschäden: Mögliche Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen werden untersucht
  • Ermittlungen: Umweltschadendienst und Kantonspolizei St.Gallen

Mörschwil: Gewässerverschmutzung im Schwärzebach

Kurz nach 15:45 Uhr hat der Umweltschadendienst des Kantons St.Gallen der Notruf- und Einsatzleitzentrale St.Gallen gemeldet, dass er Hinweise auf eine Gewässerverschmutzung des Schwärzebachs im Bereich Aachen erhalten habe.



Eine Patrouille der Kantonspolizei St.Gallen rückte aus und stellte im Bach einen weisslichen, schleimigen Belag fest. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Abwasserpilz. Ein solcher Belag kann bei Einleitungen von nicht oder ungenügend gereinigtem Abwasser entstehen.

Woher die Verschmutzung stammt und ob dadurch Schäden an der Tier- und Pflanzenwelt entstanden sind, wird durch den Umweltschadendienst des Kantons St.Gallen in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei St.Gallen abgeklärt.

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Weisser Schleim im Bach: Was hinter einem Abwasserpilz steckt

Ein sogenannter Abwasserpilz ist kein einzelner Pilz, sondern eine Lebensgemeinschaft verschiedener Mikroorganismen. Dazu können insbesondere Bakterien und weitere mikroskopisch kleine Organismen gehören, die unter bestimmten Bedingungen weissliche bis graue, schleimige Beläge bilden.

Solche Beläge können entstehen, wenn grössere Mengen leicht abbaubarer organischer Stoffe ins Gewässer gelangen. Mikroorganismen nutzen diese Stoffe als Nahrung und können sich stark vermehren.

Das Auftreten eines Abwasserpilzes kann deshalb ein Hinweis auf eine Belastung des Gewässers sein. Der sichtbare Belag allein beweist jedoch nicht, aus welcher Quelle die Verschmutzung stammt oder welche Stoffe tatsächlich eingeleitet wurden.

5 wichtige Fragen zum Abwasserpilz

1. Warum ist der Belag weiss und schleimig?

Die Mikroorganismen bilden zusammen mit ausgeschiedenen Schleimstoffen grössere Beläge. Diese können sich an Steinen, Pflanzen und anderen Oberflächen im Bach festsetzen und weisslich oder grau erscheinen.

2. Bedeutet ein Abwasserpilz automatisch, dass giftige Stoffe im Wasser sind?

Nein. Ein Abwasserpilz kann auf eine starke organische Belastung hinweisen. Ob zusätzlich gesundheits- oder umweltgefährdende Stoffe vorhanden sind, lässt sich daraus allein nicht bestimmen.

3. Können Fische und andere Wasserlebewesen gefährdet sein?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Beim mikrobiellen Abbau organischer Stoffe wird Sauerstoff verbraucht. Sinkt der Sauerstoffgehalt des Wassers stark, kann dies Fische und andere Wasserorganismen belasten oder schädigen.

4. Verschwindet der Belag von selbst?

Wird der Eintrag organischer Stoffe gestoppt, können sich solche Beläge mit der Zeit zurückbilden. Wie schnell das geschieht, hängt unter anderem von der Belastung, der Wassertemperatur und der Strömung ab.

5. Wie lässt sich die Ursache ermitteln?

Fachstellen können Gewässerabschnitte untersuchen, Wasserproben analysieren und mögliche Einleitstellen kontrollieren. Erst solche Abklärungen ermöglichen eine fundierte Beurteilung der Verschmutzungsquelle und ihrer Auswirkungen.

Gewässerverschmutzung entdeckt? So handeln Sie richtig

1. Auffälligkeiten ernst nehmen

Ungewöhnliche Verfärbungen, schleimige Beläge, starke Schaumbildung, auffälliger Geruch oder tote Fische können Hinweise auf eine Gewässerverschmutzung sein.

2. Fundort möglichst genau dokumentieren

Notieren Sie den Standort, den Zeitpunkt der Beobachtung und die Art der Auffälligkeit. Fotos aus sicherer Entfernung können den zuständigen Fachstellen helfen.

3. Polizei oder zuständige Fachstelle informieren

Melden Sie auffällige Gewässerverschmutzungen der zuständigen kantonalen Fachstelle oder bei dringendem Verdacht der Polizei über 117. Je früher eine Verschmutzung erkannt wird, desto eher können Massnahmen eingeleitet werden.

4. Wasser und Beläge nicht eigenmächtig untersuchen

Vermeiden Sie unnötigen Kontakt mit auffälligem Wasser oder unbekannten Ablagerungen. Überlassen Sie Probenahmen und Untersuchungen den Fachpersonen.

5. Abwasser richtig entsorgen

Farben, Öle, Chemikalien und andere problematische Flüssigkeiten gehören nicht in Strassenschächte, Bäche oder die Kanalisation. Nutzen Sie die dafür vorgesehenen Sammel- und Entsorgungsstellen.

Warum Sauerstoff für einen gesunden Bach entscheidend ist

Fische, Insektenlarven und viele weitere Wasserorganismen sind auf ausreichend gelösten Sauerstoff angewiesen. Gelangen grosse Mengen biologisch abbaubarer Stoffe ins Wasser, können Mikroorganismen bei deren Abbau viel Sauerstoff verbrauchen.

Dadurch können sich die Lebensbedingungen im Gewässer verschlechtern. Wie stark ein Bach betroffen ist, hängt unter anderem von der Menge und Zusammensetzung der eingetragenen Stoffe sowie vom Wasserdurchfluss ab.

Ob der Schwärzebach durch den festgestellten Abwasserpilz tatsächlich ökologische Schäden erlitten hat, ist noch nicht bekannt. Genau diese Frage wird von den zuständigen Behörden untersucht.

Wichtig: Ein Abwasserpilz ist ein mögliches Warnsignal für eine Gewässerbelastung, aber kein eindeutiger Nachweis für deren Ursache. Aussagen über Verursacher, Schadstoffe oder konkrete Umweltschäden sind erst nach entsprechenden Untersuchungen möglich.

 

Quelle: Kantonspolizei St.Gallen
Bildquelle: Kantonspolizei St.Gallen






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