Bergretter in der Schweiz: 3’500 Retter stehen bereit, wenn in den Bergen jede Minute zählt
Ein Sturz beim Wandern, ein blockierter Kletterer in einer Felswand, eine Lawine, eine vermisste Person oder ein medizinischer Notfall weit entfernt von der nächsten Strasse: Wenn Menschen in den Schweizer Bergen in Not geraten, beginnt ein hoch spezialisiertes Zusammenspiel von Bergrettern, Rettungsflugwacht, Polizei, medizinischen Einsatzkräften und weiteren Spezialisten.
Rund 3’500 Retterinnen und Retter sind heute allein bei der Alpinen Rettung Schweiz organisiert. Sie stehen in 83 Rettungsstationen bereit und gelangen zu Fuss, mit Ski, Geländefahrzeugen oder gemeinsam mit Helikoptercrews dorthin, wo herkömmliche Rettungsdienste an ihre Grenzen stossen.
🚁 Bergrettung Schweiz – das Wichtigste auf einen Blick
- Rund 3’500 Bergretter sind bei der Alpinen Rettung Schweiz organisiert.
- 83 Rettungsstationen bilden ein dichtes Netz über weite Teile der Schweiz.
- 7 Regionalvereine koordinieren die Rettungsstationen.
- Fast 4’000 Menschen mussten 2025 beim Bergsport in der Schweiz gerettet werden.
- 1414 ist die Alarmnummer der Rega innerhalb der Schweiz.
- 112 ist der internationale Notruf und funktioniert ebenfalls in der Schweiz.
- Wallis: Der Kanton verfügt über eine eigene Organisation der terrestrischen Bergrettung.
Wenn die normale Ambulanz nicht mehr weiterkommt
Die Schweiz besitzt eines der anspruchsvollsten Rettungsgebiete Europas.
Berge, Schluchten, Gletscher, Felswände, Wälder und abgelegene Täler sorgen dafür, dass Einsatzorte teilweise weder mit einem Rettungswagen noch mit einem normalen Einsatzfahrzeug erreichbar sind.
Genau hier beginnt die Bergrettung.
Die Alpine Rettung Schweiz, kurz ARS, leistet terrestrische Rettungseinsätze für Menschen, die im alpinen, voralpinen oder anderweitig schwer zugänglichen Gelände in Not geraten.
Die Stiftung wurde 2005 vom Schweizer Alpen-Club SAC und der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega gegründet.
Finanziell wird die Organisation wesentlich von der Rega getragen. Personell bildet der SAC eine zentrale Basis.
3’500 Retter in 83 Rettungsstationen
Das Netz ist über weite Teile des Landes verteilt.
Aktuell gehören 83 Rettungsstationen zur Alpinen Rettung Schweiz. Darin sind rund 3’500 Retterinnen und Retter organisiert.
Die Rettungsstationen sind sieben Regionalvereinen zugeordnet.
Die Verteilung der Stationen soll ermöglichen, dass lokale Einsatzkräfte möglichst schnell an einem Unfallort eintreffen können.
Das ist entscheidend, denn die Retter kennen ihr Gebiet häufig sehr genau.
Sie wissen, welche Wege und Zustiege möglich sind, wo sich gefährliche Passagen befinden und wie ein bestimmter Einsatzort unter den jeweiligen Wetter- und Geländebedingungen erreicht werden kann.
🏔️ Retten ist für viele kein Beruf
Eine Besonderheit der Schweizer Bergrettung: Ein grosser Teil der Einsatzkräfte engagiert sich ehrenamtlich. Die rund 3’500 Retterinnen und Retter der Alpinen Rettung Schweiz absolvieren jedes Jahr Hunderte Ausbildungsstunden. Viele kennen Berge und Einsatzgebiet seit Jahren und bringen zusätzlich berufliche oder alpine Fachkenntnisse mit.
Fast 4’000 Menschen mussten 2025 gerettet werden
Wie wichtig dieses Rettungsnetz ist, zeigen die aktuellen Zahlen.
Nach der Bergnotfallstatistik des Schweizer Alpen-Clubs mussten 2025 fast 4’000 Menschen beim Bergsport in der Schweiz gerettet werden.
Das waren rund 11 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024.
Dabei bedeutet eine Bergrettung keineswegs immer, dass jemand schwer verletzt ist.
Menschen können sich verirren, erschöpft sein, den Rückweg nicht mehr schaffen, durch Wetterveränderungen blockiert werden oder sich in einem Gelände befinden, aus dem sie ohne Hilfe nicht mehr sicher herauskommen.
Die Bergnotfallstatistik erfasst deshalb auch Evakuierungen unverletzter Personen.
Wanderunfälle beschäftigen die Bergretter besonders häufig
Ein grosser Teil der Einsätze ereignet sich beim Wandern.
Das zeigt beispielsweise die Einsatzbilanz der Alpinen Rettung Ostschweiz für 2025.
Dort wurden 157 Bergrettungseinsätze sowie zusätzlich 83 First-Responder-Plus-Einsätze verzeichnet – ein neuer Höchstwert.
Am häufigsten wurde die Organisation wegen Wanderunfällen aufgeboten.
Danach folgten Evakuierungen.
Die Einsatzorte wurden je nach Situation mit dem Helikopter, zu Fuss, kletternd oder auf Ski erreicht.
Bern überschreitet erstmals 300 Einsätze
Auch die Zahlen aus dem Kanton Bern verdeutlichen die Entwicklung.
Die Alpine Rettung Bern verzeichnete 2025 insgesamt 315 Einsätze.
Damit wurde erstmals die Marke von 300 Einsätzen überschritten.
Zum Vergleich: Der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre lag bei 228 Einsätzen.
Insgesamt standen während des Jahres 794 Retterinnen und Retter im Einsatz.
399 Personen wurde in alpinem oder unwegsamem Gelände geholfen.
📊 Bergrettung 2025 – einige Zahlen
Fast 4’000 Menschen mussten beim Bergsport gerettet werden.
315 Einsätze – erstmals mehr als 300 innerhalb eines Jahres.
157 Bergrettungen und 83 First-Responder-Plus-Einsätze.
20’463 organisierte Einsätze im Jahr 2025 – durchschnittlich rund 56 Einsätze innerhalb von 24 Stunden.
Bergrettung ist Teamarbeit
Ein Bergrettungseinsatz ist häufig keine Angelegenheit einer einzelnen Organisation.
Je nach Situation arbeiten Bergretter mit Rega-Crews, anderen Luftrettungsorganisationen, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und medizinischen Spezialisten zusammen.
Bei Lawinen oder Vermisstensuchen können zusätzlich Suchhundeteams eingesetzt werden.
Entscheidend ist, welches Rettungsmittel unter den gegebenen Bedingungen am schnellsten und sichersten eingesetzt werden kann.
Wenn der Helikopter nicht landen kann
Der Rettungshelikopter ist aus der Schweizer Bergrettung nicht wegzudenken.
Aber selbst ein Helikopter kann nicht überall landen.
Steile Felswände, Wälder, Hochspannungsleitungen, schwierige Windverhältnisse oder fehlende Landeflächen können einen direkten Zugang verhindern.
In solchen Situationen kommen besondere Verfahren zum Einsatz.
Dazu gehören beispielsweise Rettungen mit der Winde oder Einsätze, bei denen speziell ausgebildete Rettungsspezialisten Helikopter zum Patienten gebracht werden.
Diese Spezialisten verbinden alpine Rettungskompetenz mit den Möglichkeiten der Luftrettung.
Was macht ein Rettungsspezialist Helikopter?
Rettungsspezialisten Helikopter – häufig mit RSH abgekürzt – kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn ein Unfallort schwierig zugänglich ist und spezielle alpine Fähigkeiten benötigt werden.
Sie können beispielsweise bei Einsätzen in Felswänden, schwierigem Gelände oder anderen exponierten Situationen eingesetzt werden.
Während die Helikoptercrew für Flug und medizinische Versorgung zuständig ist, bringt der Rettungsspezialist zusätzliche technische und alpine Fähigkeiten in den Einsatz ein.
Suchhunde arbeiten dort, wo Menschen an Grenzen kommen
Auch Hunde gehören zur Schweizer Bergrettung.
Speziell ausgebildete Lawinenhunde können nach verschütteten Menschen suchen.
Geländesuchhunde unterstützen Einsatzkräfte bei der Suche nach vermissten Personen in grossen oder unübersichtlichen Gebieten.
Gerade bei einer Personensuche kann Zeit entscheidend sein.
🐕 Vierbeinige Spezialisten im Gelände
Lawinen- und Geländesuchhunde sind ein wichtiger Bestandteil der alpinen Rettung. Ihre feine Nase ermöglicht es, grosse Gebiete abzusuchen oder Hinweise auf verschüttete und vermisste Menschen zu finden. Hund und Hundeführer bilden dabei ein eingespieltes Rettungsteam.
Rettungshunde – ihre Nase kann Leben retten
Rettungshunde sind weit mehr als Begleiter der Bergretter. In bestimmten Einsatzsituationen werden sie selbst zu einem entscheidenden Suchmittel.
Besonders wichtig sind in der alpinen Rettung Lawinenhunde und Geländesuchhunde. Während Lawinenhunde speziell für die Suche nach verschütteten Menschen im Schnee ausgebildet werden, kommen Geländesuchhunde bei der Suche nach vermissten Personen in unübersichtlichem oder weitläufigem Gelände zum Einsatz.
Ein Hund kann mit seinem ausgeprägten Geruchssinn menschliche Witterung wahrnehmen und dadurch Gebiete absuchen, in denen eine Suche allein mit menschlichen Einsatzkräften sehr aufwendig wäre.
Das kann bei der Suche nach einem vermissten Wanderer ebenso wichtig sein wie nach einem Bergsteiger, der nach Einbruch der Dunkelheit nicht zurückgekehrt ist.
Hund und Hundeführer sind ein Rettungsteam
Ein Rettungshund arbeitet niemals allein.
Hund und Hundeführer müssen sich gegenseitig verstehen und auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig zusammenarbeiten.
Die Ausbildung verlangt deshalb regelmässiges Training. Sucharbeit, Gehorsam, Verhalten im Gelände und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier müssen immer wieder geübt werden.
Auch der Hundeführer benötigt alpine und rettungstechnische Kenntnisse. Er muss Gelände, Wetter und Gefahren beurteilen können und gleichzeitig die Reaktionen seines Hundes richtig lesen.
Bei einem Einsatz zählt deshalb nicht nur die aussergewöhnliche Nase des Tieres. Entscheidend ist das Zusammenspiel eines eingespielten Teams.
🐕 Rettungshunde – Spezialisten auf vier Pfoten
- Lawinenhunde suchen nach Menschen, die unter Schnee verschüttet wurden.
- Geländesuchhunde unterstützen bei der Suche nach vermissten Personen.
- Hund und Hundeführer bilden ein fest eingespieltes Einsatzteam.
- Regelmässiges Training ist Voraussetzung für zuverlässige Sucharbeit.
- Schwieriges Gelände gehört zum Arbeitsgebiet der Rettungshundeteams.
- Zeit ist entscheidend: Besonders bei Lawinen kann eine schnelle Ortung lebenswichtig sein.
Einsatz bei Schnee, Dunkelheit und schwierigem Gelände
Rettungshunde müssen unter Bedingungen arbeiten können, die weit von einer normalen Alltagssituation entfernt sind.
Schnee, Kälte, Wind, Dunkelheit, steile Hänge, Wald oder felsiges Gelände können Teil eines Einsatzes sein.
Hinzu kommen Helikopter, Einsatzfahrzeuge, fremde Menschen und andere ungewohnte Eindrücke.
Ein gut ausgebildeter Rettungshund muss sich trotz dieser Umgebung auf seine Aufgabe konzentrieren können.
Je nach Einsatz werden Hundeteams gemeinsam mit anderen Bergrettern in das Suchgebiet gebracht. Bei schwer erreichbaren Einsatzorten können auch Luftrettungsmittel eine Rolle beim Transport der Teams spielen.
So sind Rettungshunde ein weiterer Baustein innerhalb einer Rettungskette, in der Menschen, Tiere und moderne Technik zusammenarbeiten.
Vom Wanderweg bis zur Felswand
Das Einsatzspektrum der Bergretter ist enorm.
Ein klassischer Fall kann ein Wanderer sein, der sich das Bein gebrochen hat und nicht mehr selbstständig ins Tal gelangen kann.
Bei einem anderen Einsatz hängt ein Kletterer in einer Felswand fest.
Andernorts wird nach einem vermissten Wanderer gesucht.
Im Winter können Lawinen, Skitouren- oder Freerideunfälle hinzukommen.
Auch Gleitschirmunfälle, medizinische Notfälle, Evakuierungen und Einsätze in Schluchten oder anderem schwer zugänglichem Gelände gehören zum möglichen Spektrum.
🏔️ Bergrettung in der Schweiz
Rettungseinsätze im Gebirge stellen Mensch und Material vor besondere Herausforderungen. bergretter.ch berichtet über Bergrettungen, alpine Notfälle, Rettungsorganisationen, Einsatzkräfte und besondere Ereignisse aus der Schweizer Bergwelt.
Auch Tiere können Bergretter brauchen
Nicht jeder Einsatz betrifft einen Menschen.
Erst Ende September 2026 berichtete die Alpine Rettung Schweiz über einen ungewöhnlichen Einsatz im Berner Oberland.
Drei Rinder waren in die Griessschlucht gestürzt.
Die Bergung war auch deshalb dringend, weil eine Kontamination des Gewässers verhindert werden musste.
Der Einsatz zeigt, wie breit das Aufgabenspektrum der Bergrettung sein kann.
Das Wallis geht einen eigenen Weg
Eine Besonderheit gibt es im Kanton Wallis.
Während die Kantone ausserhalb des Wallis ihre terrestrischen Rettungsaufgaben im schwer zugänglichen Gelände grundsätzlich der Alpinen Rettung Schweiz übertragen haben, besitzt das Wallis eine eigene Organisationsstruktur.
Dort spielt insbesondere die Kantonale Walliser Rettungsorganisation KWRO beziehungsweise Organisation cantonale valaisanne des secours OCVS eine zentrale Rolle.
Damit ist die Schweizer Bergrettung zwar national eng vernetzt, organisatorisch aber nicht überall identisch aufgebaut.
Sieben Regionen der Alpinen Rettung Schweiz
Die Rettungsstationen der ARS sind sieben Regionalvereinen zugeordnet.
Dadurch bleibt die Bergrettung stark regional verankert.
Das ist ein entscheidender Vorteil: Die lokalen Einsatzkräfte kennen nicht nur die Berge, sondern häufig auch Zufahrtswege, Geländeformen, Hütten, Seilbahnen und andere Besonderheiten ihrer Region.
Besonders eindrücklich ist die Struktur in Graubünden. Dort betreiben SAC-Sektionen zahlreiche Rettungsstationen, die über den weitläufigen Gebirgskanton verteilt sind.
Die Rega als zentraler Partner
Eine Schlüsselrolle spielt die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega.
Ihre Einsatzzentrale ist rund um die Uhr besetzt.
2025 organisierte die Rega insgesamt 20’463 Einsätze.
Davon entfielen 15’265 auf Helikoptereinsätze.
Insgesamt transportierte die Rega im vergangenen Jahr mehr als 13’000 Menschen in der Schweiz und im Ausland.
Das entspricht einer enormen Einsatzleistung: Durchschnittlich organisierte die Rega 2025 rund 56 Einsätze pro Tag.
Weitere wichtige Luftretter in der Schweiz
Die Rega ist ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Luftrettung – sie ist jedoch nicht die einzige Organisation, die Menschen aus schwierigem Gelände rettet.
Je nach Region und Einsatzgebiet stehen in der Schweiz weitere hoch spezialisierte Luftrettungsorganisationen bereit. Gerade im Alpenraum spielen mehrere Anbieter eine bedeutende Rolle.
AAA Alpine Air Ambulance
Die AAA Alpine Air Ambulance ist ein weiterer wichtiger Akteur der Schweizer Luftrettung.
Mit Rettungshelikoptern übernimmt die Organisation medizinische Notfalleinsätze und Patiententransporte. Ihre Crews bestehen aus speziell ausgebildeten Piloten, Notärzten und Rettungssanitätern.
Auch Einsätze in schwierigem Gelände und in Bergregionen gehören zum Spektrum.
Die AAA Alpine Air Ambulance ist in die öffentliche Notfallversorgung eingebunden. Bei einer Alarmierung über die Sanitätsnotrufzentrale 144 kann entsprechend der Einsatzlage das geeignete und schnell verfügbare Rettungsmittel aufgeboten werden.
🚁 AAA Alpine Air Ambulance
Die AAA Alpine Air Ambulance gehört zu den Luftrettungsorganisationen der Schweiz. Ihre Rettungshelikopter werden für medizinische Notfälle, Rettungseinsätze und Patiententransporte eingesetzt. Über die Notrufnummer 144 können die zuständigen Einsatzleitzentralen das geeignete Rettungsmittel disponieren.
Air Zermatt – Rettung im Hochgebirge
Kaum eine Region stellt Luftretter vor grössere Herausforderungen als die hochalpine Bergwelt rund um Zermatt und das Matterhorn.
Hier ist die Air Zermatt seit Jahrzehnten eng mit der alpinen Rettung verbunden.
Die Crews verfügen über grosse Erfahrung bei Einsätzen in extremem Hochgebirgsgelände. Dazu gehören Rettungen aus Felswänden, Gletschergebieten und schwer zugänglichen alpinen Regionen.
Bei solchen Einsätzen können Helikopter, Rettungswinden und weitere spezialisierte Verfahren eingesetzt werden.
Air Zermatt arbeitet im Wallis eng mit der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation KWRO zusammen.
🏔️ Air Zermatt
Matterhorn, Viertausender, Gletscher und steile Felswände: Air Zermatt ist besonders eng mit der Hochgebirgsrettung im Oberwallis verbunden. Die Organisation verfügt über jahrzehntelange Erfahrung bei anspruchsvollen Rettungseinsätzen in den Alpen.
Air-Glaciers – Luftrettung aus der Westschweiz
Auch Air-Glaciers gehört seit Jahrzehnten zum Schweizer Luftrettungswesen.
Die Organisation ist besonders in der Westschweiz und im Alpenraum präsent und verfügt über mehrere Standorte.
Rettungseinsätze führen die Crews regelmässig in anspruchsvolles alpines Gelände. Dabei können verletzte oder erkrankte Personen auch aus schwer zugänglichen Regionen ausgeflogen werden.
Air-Glaciers verfügt unter anderem über Standorte in Sion, Collombey, Gampel, Lauterbrunnen und im Raum Saanen/Gstaad.
Damit deckt die Organisation ein Gebiet ab, das von den Walliser Alpen bis in das Berner Oberland reicht.
🚁 Air-Glaciers
Air-Glaciers ist insbesondere in der Westschweiz und im Alpenraum ein wichtiger Bestandteil der Luftrettung. Die Organisation verbindet medizinische Luftrettung mit jahrzehntelanger Erfahrung im Gebirge.
KWRO – die Rettungsorganisation des Wallis
Eine besondere Stellung nimmt die Kantonale Walliser Rettungsorganisation KWRO ein.
Im französischsprachigen Kantonsteil wird sie als Organisation cantonale valaisanne des secours, kurz OCVS, bezeichnet.
Sie koordiniert im Wallis wesentliche Bereiche des Rettungswesens.
Das ist gerade für die Bergrettung von Bedeutung, denn mit Matterhorn, Monte Rosa, Weisshorn, Dom und zahlreichen weiteren Viertausendern besitzt das Wallis einige der anspruchsvollsten Einsatzgebiete der Schweiz.
Organisationen wie Air Zermatt und weitere Rettungspartner sind Bestandteil dieses regional organisierten Rettungssystems.
Regionale Bergretter bleiben unverzichtbar
Neben den bekannten Helikopterorganisationen darf eine weitere Gruppe nicht vergessen werden: die Bergretter vor Ort.
Die Rettungsstationen der Alpinen Rettung Schweiz und die entsprechenden Rettungsstrukturen im Wallis verfügen über Menschen, die ihr jeweiliges Einsatzgebiet häufig seit vielen Jahren kennen.
Sie steigen zu Verunfallten auf, unterstützen Helikoptercrews, suchen Vermisste, sichern schwierige Einsatzstellen und helfen dort, wo ein Helikopter allein nicht weiterkommt.
Gerade bei schlechtem Wetter zeigt sich die Bedeutung der terrestrischen Rettung besonders deutlich.
Nebel, Sturm, Schneefall oder andere ungünstige Bedingungen können dazu führen, dass ein Helikoptereinsatz zeitweise nicht möglich ist.
Dann müssen Retter unter Umständen zu Fuss, mit Ski oder anderen geeigneten Mitteln zum Einsatzort gelangen.
🚁 Schweizer Berg- und Luftrettung ist Teamarbeit
In der Schweiz gibt es nicht den einen Bergretter oder die eine Luftrettungsorganisation. Alpine Rettung Schweiz, Rega, AAA Alpine Air Ambulance, Air Zermatt, Air-Glaciers, die KWRO und zahlreiche regionale Rettungskräfte bilden zusammen mit Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und weiteren Spezialisten ein vielfältiges Rettungsnetz.
Welche Organisation bei einem konkreten Notfall zum Einsatz kommt, hängt unter anderem von Region, Alarmierungsweg, Verfügbarkeit, Wetter, Gelände und der jeweiligen Einsatzsituation ab.
144 – die zentrale medizinische Notrufnummer
Neben organisationsspezifischen Alarmierungswegen spielt die Telefonnummer 144 eine zentrale Rolle im Schweizer Rettungswesen.
Wer über 144 alarmiert, erreicht die zuständige Sanitätsnotrufzentrale.
Dort wird die Situation beurteilt und das geeignete verfügbare Rettungsmittel aufgeboten.
Das kann je nach Einsatz ein Rettungswagen, ein Notarzt, ein Rettungshelikopter oder eine Kombination verschiedener Rettungsmittel sein.
Gerade für eine organisationsunabhängige Betrachtung der Schweizer Rettungslandschaft ist deshalb wichtig: Entscheidend ist im Notfall nicht der Name auf dem Helikopter, sondern dass möglichst rasch das geeignete Rettungsmittel beim Patienten eintrifft.
📞 Notfall in den Bergen – diese Nummern zählen
1414
Rega-Alarmnummer innerhalb der Schweiz
112
Internationaler Notruf – funktioniert auch in der Schweiz
Wichtig: Bei einer Alarmierung möglichst genau angeben, was passiert ist, wo sich die betroffene Person befindet, wie viele Menschen betroffen sind und welche Gefahren am Einsatzort bestehen.
Was Bergretter können müssen
Die Arbeit verlangt weit mehr als körperliche Fitness.
Bergretter müssen sich in schwierigem Gelände sicher bewegen können und mit Rettungstechniken, Seilen und Sicherungssystemen vertraut sein.
Hinzu kommen Orientierung, Kommunikation, Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen und das richtige Verhalten bei wechselnden Wetterbedingungen.
Je nach Funktion kommen weitere Spezialausbildungen hinzu.
Das Wissen muss regelmässig trainiert werden.
Die rund 3’500 Einsatzkräfte der Alpinen Rettung Schweiz absolvieren deshalb jedes Jahr Hunderte Ausbildungsstunden.
Technik hilft – ersetzt aber den Menschen nicht
Auch in der Bergrettung hält die Digitalisierung Einzug.
Smartphones, digitale Karten, präzisere Standortdaten und moderne Kommunikationsmittel können helfen, vermisste oder verunfallte Personen schneller zu lokalisieren.
Technologie kann jedoch die Erfahrung der Retter nicht ersetzen.
Gelände beurteilen, Gefahren erkennen, Entscheidungen treffen und einen Patienten unter schwierigen Bedingungen sicher bergen – dafür braucht es weiterhin gut ausgebildete Menschen.
Die Alpine Rettung Schweiz widmete diesem Spannungsfeld 2026 sogar eine Ausgabe ihres Fachmagazins «Bergretter».
Retten, nicht richten
Hinter der Arbeit der Alpinen Rettung Schweiz steht ein bemerkenswerter Grundsatz.
Die Organisation hilft Menschen unabhängig davon, weshalb sie in eine Notlage geraten sind.
Ob jemand das Wetter unterschätzt, sich verirrt, körperlich erschöpft ist oder trotz schwieriger Bedingungen aufgebrochen ist, ändert nichts am Rettungsauftrag.
Die Devise der Organisation bringt diese Haltung auf den Punkt:
«Retten, nicht richten.»
🏔️ Wenn jede Minute zählt
Hinter einer Bergrettung stehen häufig Menschen, die ihren Alltag innerhalb kürzester Zeit verlassen, ihre Ausrüstung packen und sich auf den Weg in schwieriges Gelände machen. Rund 3’500 Retterinnen und Retter bilden heute das Netz der Alpinen Rettung Schweiz. Gemeinsam mit Rega, Polizei, Rettungsdiensten und weiteren Partnerorganisationen sorgen sie dafür, dass Hilfe auch dort ankommt, wo keine Strasse mehr hinführt.
Bergrettung gehört zur Sicherheitsinfrastruktur der Schweiz
Millionen Menschen sind jedes Jahr in den Schweizer Bergen unterwegs – beim Wandern, Bergsteigen, Klettern, Skifahren, auf Skitouren oder beim Gleitschirmfliegen.
Die meisten kehren ohne Zwischenfall zurück.
Doch wenn etwas passiert, muss Hilfe auch in abgelegenen Regionen funktionieren.
Genau dafür existiert das engmaschige Netz der Schweizer Bergrettung.
83 Rettungsstationen, rund 3’500 Retterinnen und Retter, spezialisierte Helikoptercrews, Suchhunde und regionale Einsatzkräfte bilden gemeinsam eine Rettungskette, die weitgehend unsichtbar bleibt – bis zu jenem Moment, in dem sie dringend gebraucht wird.
Quelle: Alpine Rettung Schweiz (ARS) / Schweizer Alpen-Club SAC / Schweizerische Rettungsflugwacht Rega / AAA Alpine Air Ambulance / Air Zermatt / Air-Glaciers / Kantonale Walliser Rettungsorganisation (KWRO/OCVS)
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