Hochwasserschutz: Rückhalteräume sollen Abfluss der Aach fast halbieren
(Salmsach TG). Das Amt für Umwelt hat ein Vorprojekt zur Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Salmsacher Aach und der Badewasserqualität im Mündungsbereich erarbeitet.
Die Ergebnisse und möglichen Massnahmen wurden den verschiedenen Anspruchsgruppen gestern Donnerstag im Rahmen eines Begleitgruppentreffens vorgestellt. Während sich für den Hochwasserschutz eine klare Bestvariante mit Rückhalteräumen abzeichnet, waren bei den geplanten Inselschüttungen im Mündungsbereich der Aach noch Fragen zur Nutzung zu klären.
- Hochwasserschutz: Rückhalteräume entlang der Salmsacher Aach bilden die Bestvariante
- Wirkung: Der Hochwasserabfluss könnte fast halbiert werden
- Kosten: Rund 6,6 Millionen Franken für die bevorzugte Lösung
- Alternative: Eine Lösung ohne Rückhaltebecken würde über 21 Millionen Franken kosten
- Badewasser: Inselschüttungen sollen die Wasserqualität in der Salmsacher Bucht verbessern
- Nächster Schritt: Das Hochwasserschutzprojekt wird etappenweise auf Stufe Bauprojekt ausgearbeitet
Gestern Donnerstag stellte das Amt für Umwelt mit Unterstützung der bearbeitenden Projektbüros die Ergebnisse des Vorprojekts den verschiedenen Anspruchsgruppen vor. Am Begleitgruppentreffen im neu erstellten «Aachhuus» an der Salmsacher Bucht nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Standortgemeinden Salmsach sowie Romanshorn, der angrenzenden Gemeinden, von Umweltorganisationen, Vereinen und kantonalen Fachstellen teil. Im Mittelpunkt standen mögliche Massnahmen zur Behebung des Hochwasserschutzdefizits und zur Verbesserung der Badewasserqualität.
Für den Hochwasserschutz zeichnet sich eine klare Bestvariante ab
Für den Hochwasserschutz zeichnet sich eine klare Bestvariante ab. Das Defizit soll hauptsächlich über den Ausbau und die Sicherung von Rückhalteräumen entlang der Aach behoben werden. Vorgesehen ist eine Kombination aus Hochwasserrückhaltebecken mit gedrosseltem Abfluss sowie der raumplanerischen Sicherung von Flächen, die bereits heute bei Hochwasser überflutet werden. Damit könnte der Hochwasserabfluss der Aach fast halbiert werden. Dadurch würde ein Grossteil der heute bestehenden Engstellen ohne Anpassung genügen. Die Gesamtkosten werden auf rund 6.6 Millionen Franken geschätzt. Eine Lösung ohne Rückhaltebecken mit Objektschutzmassnahmen, Vergrösserungen von Durchlässen und Aufweitung der Aach würde hingegen Kosten von über 21 Millionen Franken verursachen. Das Hochwasserschutzprojekt wird nun unter der Projektleitung des Amts für Umwelt etappenweise auf Stufe Bauprojekt ausgearbeitet.
Inseln für bessere Badewasserqualität
Auch für die Verbesserung der Badewasserqualität wurde eine mögliche Lösung vorgestellt. Inselschüttungen östlich und westlich der Aachmündung sollen dazu beitragen, dass unverdünntes Aachwasser nicht wie bisher häufig vor der Badebucht liegen bleibt, sondern vom Ufer weg abströmt und sich rascher verdünnt. Die Wirkung wurde mit umfassenden 3D-Modellierungen untersucht. Die Inseln könnten auch einen ökologischen Mehrwert für Vögel und aquatische Lebewesen bieten.
Die Ausgestaltung der geplanten Inselschüttungen sowie eine Kostenschätzung werden nun weiter ausgearbeitet. Diese Projektphase kann voraussichtlich 2026 abgeschlossen werden.
Ausgangslage
In Salmsach und Romanshorn ist der Hochwasserschutz an der Aach aktuell ungenügend. Zudem ist die Badewasserqualität in der Salmsacher Bucht wiederholt unzureichend. Entlang der Aach und am Seeufer im Mündungsbereich besteht zudem Potenzial zur ökologischen Aufwertung. Diese Themen wurden im Rahmen einer Grundlagenerarbeitung und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessensvertretern untersucht. Darauf aufbauend erarbeitete das Amt für Umwelt ein Vorprojekt mit verschiedenen Lösungsvarianten für den Hochwasserschutz und die Verbesserung der Badewasserqualität.
Die Zahlen des Vorprojekts zeigen den Unterschied deutlich: Mit Rückhalteräumen werden die Gesamtkosten auf rund 6,6 Millionen Franken geschätzt. Eine Variante ohne Rückhaltebecken mit Objektschutz, grösseren Durchlässen und einer Aufweitung der Aach würde dagegen mehr als 21 Millionen Franken kosten. Gleichzeitig könnte die bevorzugte Lösung den Hochwasserabfluss der Aach fast halbieren.
Bildlegende:
Die Visualisierung zeigt, wie die Salmsacher Bucht künftig gemäss Bestvariante aussehen könnte.
Quelle: Amt für Umwelt des Kantons Thurgau / Polizei.news
Bildquelle: Amt für Umwelt des Kantons Thurgau
