Sonne, milde Tage und kaum Regen: Warum der Altweibersommer häufig wiederkehrt
(Schweiz). Der Herbst zeigt sich derzeit von seiner warmen Seite: Im Flachland erreichen die Temperaturen vielerorts rund 25 Grad, und bis etwa Mitte nächster Woche bleibt das Wetter überwiegend freundlich.
Die spätsommerlichen Tage erinnern an den Altweibersommer. Hinter dem bekannten Namen steckt eine typische Schönwetterphase im Herbst. Für die anhaltende Trockenheit bringt sie allerdings keine Entlastung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wetter: Weiterhin überwiegend sonnig und mild
- Temperaturen: Im Flachland derzeit vielerorts um 25 Grad
- Altweibersommer: Schönwetterphase im frühen Herbst
- Regionale Unterschiede: Trotz Hochdruck kann im Flachland Nebel oder Hochnebel auftreten
- Trockenheit: In Teilen der Alpennordseite fiel zuletzt deutlich weniger Regen als üblich
Warum es im Herbst noch einmal sonnig und warm wird
Altweibersommer bezeichnet eine freundliche Wetterphase im Herbst. Häufig sorgt ein Hochdruckgebiet für ruhige Verhältnisse. In einem solchen Gebiet sinkt Luft ab und erwärmt sich dabei. Ihre relative Feuchtigkeit nimmt ab, sodass sich Wolken eher auflösen können. Bei klarem Himmel wärmt die Sonne tagsüber weiterhin spürbar, auch wenn ihre Kraft gegenüber dem Hochsommer bereits nachgelassen hat.
Meteorologe Roger Perret von Meteo News sagt gegenüber Blick, dass der Altweibersommer in Mitteleuropa fast jedes Jahr vorkomme, meist zwischen Ende September und Mitte Oktober. Ein fester Termin ist damit nicht verbunden: Beginn, Dauer und Ausprägung unterscheiden sich von Jahr zu Jahr.
Weshalb Sonne nicht überall garantiert ist
Eine Hochdrucklage bedeutet im Schweizer Herbst nicht automatisch wolkenlosen Himmel im ganzen Land. Gerade im Mittelland kann sich während kühler Nächte feuchte Luft in Bodennähe sammeln. Daraus entstehen Nebel oder Hochnebel, die sich am nächsten Tag unterschiedlich schnell auflösen.
So können in den Bergen bereits sonnige Bedingungen herrschen, während es in tieferen Lagen noch grau bleibt. MeteoSchweiz weist darauf hin, dass Nebel die Wahrnehmung des Altweibersommers im Flachland deutlich schmälern kann. Wer eine Wetterprognose liest, sollte deshalb auch auf die Angaben für die eigene Region und die mögliche Nebelauflösung achten.
Woher kommt der Name «Altweibersommer»?
Der Begriff wird häufig mit feinen Spinnfäden erklärt, die im Herbst durch die Luft treiben oder an Pflanzen hängen. Wenn sich Tau daran sammelt und die tief stehende Sonne darauf scheint, glänzen die Fäden silbrig. MeteoSchweiz weist allerdings darauf hin, dass die genaue Herkunft der Bezeichnung nicht abschliessend geklärt ist.
Vom «goldenen Oktober» spricht man üblicherweise bei freundlichem Herbstwetter im Oktober, wenn sich vielerorts auch die Blätter verfärben. Diese Namen beschreiben typische Eindrücke einer Jahreszeit; sie sind keine eigenständigen Wetterprognosen.
Schönwetter verschärft die Trockenheit
Die sonnigen Tage haben auch eine andere Seite: In mehreren Regionen fehlt weiterhin Regen. Laut dem Trockenheitsbulletin des Bundes vom 24. September fielen auf der Alpennordseite, in Teilen des Berner Oberlandes und im Goms während der vorangegangenen 30 Tage nur etwa 35 bis 50 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge.
Die Folgen zeigen sich nicht überall gleich. Der Bund meldet sehr tiefe Abflüsse an zahlreichen Fliessgewässern sowie niedrige Wasserstände unter anderem am Bodensee, Zürichsee, Walensee und Vierwaldstättersee. Andere Seen liegen dagegen im saisonalen Normalbereich. Einzelne Schauer reichen nicht zwangsläufig aus, um ein über Wochen oder Monate entstandenes Niederschlagsdefizit auszugleichen.
Wie geht es mit dem Wetter weiter?
Nach der am 26. September veröffentlichten Einschätzung von Meteo News bleibt es bis etwa Mitte nächster Woche tagsüber überwiegend schön und warm. Für die zweite Wochenhälfte werden einzelne Schauer und eine leichte Abkühlung erwartet. Wie viel Regen an einem bestimmten Ort tatsächlich fällt, lässt sich daraus noch nicht sicher ableiten.
Auch das Trockenheitsbulletin des Bundes rechnet bis zum Monatsende mit überwiegend hochdruckbestimmtem Wetter. Anfang Oktober könnte eine Westströmung aufkommen; ergiebige Niederschläge wurden in dieser Einschätzung jedoch nicht erwartet. Aktuelle Lokalprognosen sind deshalb besonders wichtig, wenn es um die Planung der kommenden Tage geht.
Quellen: Blick, Meteo News, MeteoSchweiz, Nationale Trockenheitsplattform des Bundes
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