Genf GE: 600 gewaltbereite Demonstranten missbrauchen friedlichen G7-Protest
Anlässlich des G7-Gipfels in Évian-les-Bains vom 15. bis 17. Juni 2026 führte die Genfer Kantonspolizei einen umfangreichen Sicherheitseinsatz durch, der über lange Zeit gemeinsam mit zahlreichen Partnern vorbereitet worden war.
Innerhalb einer bewilligten und überwiegend friedlichen Demonstration instrumentalisierten rund 600 organisierte und aus mehreren Ländern angereiste Personen den Demonstrationszug für gezielte Ausschreitungen.
Friedliche Demonstration von gewaltbereiten Gruppen missbraucht
Am 14. Juni 2026 nahmen rund 20’000 Personen an einer bewilligten Demonstration teil. Die grosse Mehrheit demonstrierte friedlich. Rund 600 vermummte Personen, organisiert in zwei sogenannten Black Blocs, hatten sich jedoch gezielt unter die Demonstrierenden gemischt.
Sie waren mit Schutzbrillen ausgerüstet und hatten in den Tagen zuvor entlang der Demonstrationsroute Waffen, Pyrotechnik und Material für Brandvorrichtungen deponiert.
Ab 16.15 Uhr kam es zu zahlreichen Sachbeschädigungen und Angriffen auf Polizeikräfte. Betroffen waren unter anderem Banken sowie mehrere internationale Organisationen. Zudem wurden ein Fahrzeug und ein Container in Brand gesetzt.
Grenzkontrollen verhinderten zahlreiche Straftaten
Bereits ab dem 11. Juni wurden die Kontrollen an der Schweizer Grenze verstärkt. Dabei wurden elf Einreiseverbote ausgesprochen, 98 von ausländischen Behörden gesuchte Personen sowie 19 in der Schweiz ausgeschriebene Personen angehalten.
Zudem wurden rund 200 gefährliche Gegenstände sichergestellt, darunter Messer, Äxte, Hämmer, Schlagstöcke, Gasflaschen, Pyrotechnik und weitere Waffen.
Insgesamt wurden zwischen dem 10. und 18. Juni 37 Personen vorübergehend festgehalten. Neun Personen wurden festgenommen, drei davon der Staatsanwaltschaft und eine dem Jugendgericht übergeben.
Polizei löste Demonstration auf
Wegen der zunehmenden Gewalt löste die Polizei die Demonstration um 18.20 Uhr auf. Zuvor waren die Demonstrierenden mehrfach aufgefordert worden, den Ort zu verlassen. Familien wurden gezielt beim Verlassen des Demonstrationsgebiets unterstützt. Die gewaltbereiten Gruppen setzten ihre Angriffe jedoch fort und beschossen Einsatzkräfte unter anderem mit Feuerwerkskörpern.
Zur Identifizierung möglicher Straftäter richtete die Polizei anschliessend einen vorübergehenden Kontrollbereich ein. Insgesamt wurden 549 Personen kontrolliert, 28 davon für vertiefte Abklärungen auf Polizeiposten gebracht. Drei Personen wurden vorläufig festgenommen. Gegen zwei besteht der Verdacht, Pyrotechnik gegen Einsatzkräfte eingesetzt zu haben, eine weitere Person soll ein Polizeifahrzeug beschädigt haben.
Umfangreicher Polizeieinsatz
Während des G7-Gipfels standen täglich rund 2’400 Mitarbeitende im Einsatz, darunter mehr als 1’500 Polizistinnen und Polizisten. Unterstützt wurde die Genfer Polizei von Polizeikräften aus der Schweiz, Frankreich, Deutschland und Liechtenstein sowie vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit und der Schweizer Armee.
Neben der Sicherheit des Gipfels schützten die Einsatzkräfte 22 Staatsgäste aus 13 Ländern sowie mehrere internationale Organisationen. Gleichzeitig wurden sämtliche regulären Polizeiaufgaben ohne Unterbruch weitergeführt.
Die Ermittlungen zu den Ausschreitungen dauern an. Die Genfer Polizei betont, dass die Sicherheit der Bevölkerung, der Schutz der Institutionen und das Recht auf friedliche Demonstrationen jederzeit gewährleistet worden seien.
Quelle: Kantonspolizei Genf
Bildquelle: Kantonspolizei Genf
