224 Fussgängerunfälle im November: TCS warnt vor der Gefahr durch Dunkelheit
(Schweiz CH). Im Herbst und Winter werden die Tage kürzer und die Lichtverhältnisse schlechter.
Dadurch sind Velofahrende, E-Trottinett-Fahrende und Fussgänger im Strassenverkehr weniger gut sichtbar. Letztes Jahr verunfallten im November 224 Fussgänger – mehr als in jedem anderen Monat des Jahres. Anlässlich des Tags des Lichts erinnert der Touring Club Schweiz (TCS) mit seiner Kampagne MADE VISIBLE daran, wie wichtig es ist, im Strassenverkehr gut sichtbar zu sein, und zeigt einfache Massnahmen auf, um die eigene Sicherheit zu verbessern.
Seit der Zeitumstellung auf Winterzeit wird es abends früher dunkel und viele alltägliche Wege werden in der Dämmerung oder Dunkelheit zurückgelegt. Unter diesen Bedingungen fällt es Fahrzeuglenkenden schwerer, Fussgänger, Velofahrende und E-Trottinett-Fahrende rechtzeitig zu erkennen.
Dies gilt insbesondere dann, wenn diese dunkle Kleidung tragen oder nicht über eine geeignete Beleuchtung verfügen. Gemäss Suva ist das Unfallrisiko bei Dunkelheit dreimal so hoch wie bei Tageslicht. Bei ungünstigen Wetterbedingungen wie Regen oder Schnee kann es sogar bis zu zehnmal höher sein. Der TCS erinnert daran, dass eine gute Sichtbarkeit entscheidend ist, damit andere Verkehrsteilnehmende rechtzeitig reagieren können.
Mehr Fussgängerunfälle in den dunklen Monaten
Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz 2119 Unfälle mit Fussgängerbeteiligung registriert. Mit 224 Unfällen lag der November an erster Stelle, gefolgt vom Januar (216). Auch der Oktober (196) und der Dezember (190) gehörten zu den fünf Monaten mit den meisten Unfällen. Damit entfielen vier der fünf unfallreichsten Monate auf den Zeitraum zwischen Oktober und Januar. Diese Häufung von Unfällen in den Monaten mit kürzeren Tagen verdeutlicht, wie wichtig eine gute Sichtbarkeit im Strassenverkehr ist, insbesondere mit Blick auf den bevorstehenden Winter.
Aus Distanz erkennbar sein
Eine Person mit dunkler Kleidung ist bei Dunkelheit erst aus einer Entfernung von 25 Metern sichtbar. Helle und fluoreszierende Farben erhöhen diese Distanz auf 40 Meter, während reflektierende Elemente dafür sorgen können, dass Verkehrsteilnehmende bereits aus bis zu 140 Metern Entfernung erkannt werden. Diese zusätzliche Distanz gibt Fahrzeuglenkenden mehr Zeit, eine Gefahr zu erkennen und darauf zu reagieren.
Die Massnahmen zur Verbesserung der eigenen Sichtbarkeit sind einfach und wirkungsvoll. Ob zu Fuss, mit dem Velo oder dem E-Trottinett: Der TCS empfiehlt, helle Kleidung zu tragen und Kleider, Taschen oder Schuhe mit reflektierenden Elementen auszustatten. Velo- und E-Trottinett-Fahrende sollten zudem darauf achten, dass ihre Vorder- und Rücklichter einwandfrei funktionieren. Zusätzlich können sie ihr Velo oder E-Trottinett mit reflektierenden Accessoires ausstatten. Entscheidend ist, nicht nur selbst gut zu sehen, sondern auch von allen Seiten gut gesehen zu werden.
Auch tagsüber gut sichtbar sein
Sichtbarkeit ist nicht nur nachts ein wichtiges Thema. Im Herbst und Winter können Nebel, Regen, Schnee oder Gegenlicht dazu führen, dass Fahrzeuglenkende andere Verkehrsteilnehmende auch tagsüber schlechter erkennen. Der TCS empfiehlt deshalb, bei allen Bedingungen gut sichtbare Kleidung und Accessoires zu tragen und die Beleuchtung regelmässig auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.
MADE VISIBLE by TCS
Anlässlich der 20. Ausgabe des Tags des Lichts am 5. November 2026 setzt der TCS seine Sensibilisierungsmassnahmen im Rahmen der Kampagne MADE VISIBLE fort. In diesem Jahr zeigen neue Plakate verschiedene Mobilitätsformen, insbesondere das Zufussgehen, Velofahren und Skateboardfahren, ergänzend zu den bereits dargestellten E-Trottinetten. Die Botschaft „BE SEEN, BE SAFE“ bildet den roten Faden der Kampagne, die Sicherheit und Mode miteinander verbindet und alle dazu ermutigt, ihre Sichtbarkeit im Strassenverkehr zu verbessern. Auf der Website madevisible.swiss finden sich zudem zahlreiche Ideen für Kleidung und Accessoires, mit denen sich die Sichtbarkeit im Alltag verbessern lässt, ohne auf Stil verzichten zu müssen.
Der TCS erneuert zudem mehrere Partnerschaften mit Unternehmen in der ganzen Schweiz, um deren Mitarbeitende für die Bedeutung einer guten Sichtbarkeit zu sensibilisieren, insbesondere auf dem Arbeitsweg. Die Kampagne ist auch an Sportveranstaltungen im ganzen Land präsent. Dabei werden 82’000 reflektierende Aufkleber in den Vereinsfarben verteilt, um Zuschauer und Fans dafür zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, auf dem Heimweg gut sichtbar zu sein, insbesondere nach Spielen am Abend. Auch die TCS-Patrouilleure beteiligen sich an dieser Sensibilisierungsaktion. Im November verteilen sie bei ihren Einsätzen in der ganzen Schweiz 5000 Flyer zusammen mit reflektierenden Folien, aus denen sich individuelle Formen ausschneiden und auf Kleidung, Schuhe oder Helme kleben lassen.
Empfehlungen des TCS
- Beim Kauf darauf achten, dass Kleidungsstücke und Accessoires bereits mit reflektierenden Elementen ausgestattet sind.
- Alltagskleidung und Accessoires mit reflektierenden Elementen versehen, beispielsweise mit reflektierenden Aufklebern, die sich einfach und individuell dem eigenen Stil entsprechend gestalten lassen („Do it yourself“-Produkte).
- Bereits erhältliche, geeignete reflektierende Accessoires für Velos, Trottinette, Kinderwagen, Hunde usw. verwenden.
- Wichtig: Reflektierende Elemente sind besonders wirksam, wenn sie an beweglichen Körperteilen angebracht werden. Idealerweise sollten sie von allen Seiten (360°) sichtbar sein.
Quelle: Touring Club Schweiz (TCS)
Bildquelle: Touring Club Schweiz (TCS)
Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion
