Alkohol am Steuer: Sechs wichtige Fakten und Tipps, die Unfälle verhindern können
Alkohol kann die Fahrtüchtigkeit bereits in kleinen Mengen beeinträchtigen. Die Aufmerksamkeit nimmt ab, Reaktionen werden langsamer und Risiken können falsch eingeschätzt werden. Wer nach dem Alkoholkonsum ein Fahrzeug lenkt, gefährdet möglicherweise sich selbst und andere Verkehrsteilnehmende. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) empfiehlt deshalb, beim Autofahren vollständig auf Alkohol zu verzichten.
1. Schon kleine Mengen Alkohol beeinträchtigen die Fahrfähigkeit
Alkohol wirkt auf das zentrale Nervensystem. Die Reaktionszeit kann sich verlängern, die Konzentration sinken und die Wahrnehmung von Geschwindigkeiten sowie Entfernungen verändert sein.
Besonders gefährlich ist, dass alkoholisierte Menschen ihre eigene Leistungsfähigkeit häufig überschätzen. Auch wer sich noch fahrtüchtig fühlt, kann bereits deutlich schlechter auf unerwartete Verkehrssituationen reagieren.
2. Welche Alkoholgrenzwerte gelten in der Schweiz?
Für die meisten Motorfahrzeuglenkenden gilt ein gesetzlicher Grenzwert von 0,5 Promille Blutalkohol beziehungsweise 0,25 Milligramm Alkohol pro Liter Atemluft.
Ab 0,8 Promille beziehungsweise 0,4 Milligramm pro Liter Atemluft liegt eine qualifizierte Alkoholkonzentration vor, bei der strengere rechtliche Folgen drohen können.
Für bestimmte Personengruppen, darunter Lernfahrende und Personen mit einem Führerausweis auf Probe, gilt ein faktisches Alkoholverbot mit einem tieferen Grenzwert von 0,1 Promille. Auch unabhängig von einem Grenzwert kann bereits eine alkoholbedingte Fahrunfähigkeit rechtlich relevant sein.
3. Warum Nachtfahrten besondere Aufmerksamkeit erfordern
Bei Dunkelheit sind Hindernisse, Kurvenverläufe und andere Verkehrsteilnehmende häufig schwieriger zu erkennen. Hinzu kommen mögliche Ermüdung und eingeschränkte Sichtverhältnisse.
Alkohol kann diese Risiken zusätzlich verstärken. Die BFU weist darauf hin, dass alkoholbedingte Verkehrsunfälle besonders häufig in den Nachtstunden und an Wochenenden auftreten. Eine angepasste Geschwindigkeit und ausreichende Erholung sind deshalb besonders wichtig.
4. Wer Alkohol getrunken hat, sollte nicht mehr fahren
Die sicherste Lösung ist, bereits vor einem Fest oder Restaurantbesuch die Heimfahrt zu organisieren.
Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, ein Taxi oder eine vereinbarte Fahrgemeinschaft mit einer Person, die keinen Alkohol trinkt. Ist Alkohol im Spiel, bleibt das Auto oder der Töff besser stehen. Kaffee, frische Luft oder eine kalte Dusche beschleunigen den Alkoholabbau nicht zuverlässig.
5. Nach einem Unfall in einem Gewässer hat der Eigenschutz Vorrang
Ein Fahrzeug in einem Fluss oder Bach kann eine besonders gefährliche Situation darstellen. Wasserströmung, die Fahrzeuglage und mögliche Hindernisse erschweren die Rettung und Bergung.
Wer einen solchen Unfall beobachtet, sollte umgehend die Rettungskräfte alarmieren und den genauen Standort mitteilen. Begeben Sie sich nicht selbst in ein fliessendes Gewässer, um ein Fahrzeug zu bergen. Die Rettung und technische Bergung gehören in die Hände entsprechend ausgerüsteter Einsatzkräfte.
6. Was tun, wenn jemand alkoholisiert fahren möchte?
Wer bemerkt, dass eine Person nach dem Alkoholkonsum noch fahren möchte, sollte das Gespräch frühzeitig und ruhig suchen.
Bieten Sie eine sichere Heimfahrmöglichkeit an und helfen Sie bei der Organisation eines Taxis oder einer Übernachtungsmöglichkeit. Vermeiden Sie körperliche Auseinandersetzungen. Bei einer konkreten und unmittelbaren Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmender kann die Polizei unter 117 verständigt werden.
Gut zu wissen: Ein positiver Atemalkoholtest sagt für sich allein noch nichts darüber aus, welche Alkoholkonzentration gemessen wurde oder ob Alkohol die Ursache eines konkreten Unfalls war. Die Beurteilung hängt von den Messwerten, weiteren Feststellungen und den Ermittlungen der zuständigen Behörden ab.
Praktischer Tipp: Vereinbaren Sie vor einer Feier, wer nüchtern fährt. Falls niemand dafür infrage kommt, planen Sie den Heimweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Taxi. So muss die Entscheidung nicht erst nach dem Alkoholkonsum getroffen werden.
Weitere Informationen: Zusätzliche Empfehlungen zur Unfallverhütung und zur Verkehrssicherheit finden Sie auf Polizeinews Prävention.