Unbewilligte Demo eskaliert: Polizei mit Gegenständen angegriffen

(Bern BE). In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es in Bern im Rahmen einer unbewilligten Kundgebung zu Ausschreitungen gekommen.

Die Einsatzkräfte wurden wiederholt mit gefährlichen Gegenständen angegriffen. Es mussten mehrfach Zwangsmittel eingesetzt werden. Verletzt wurde niemand. Ermittlungen sind im Gang.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ereignis: Unbewilligte Spontankundgebung mit Ausschreitungen
  • Datum: Samstag, 17. Oktober, bis Sonntag, 18. Oktober 2026
  • Beginn: Kurz nach 23.20 Uhr
  • Besammlungsort: Schützenmatte in Bern
  • Umzugsroute: Richtung Lorrainequartier und zurück
  • Angriffe: Pyrotechnika und Wurfgegenstände gegen Einsatzkräfte
  • Polizeiliche Massnahmen: Mehrfacher Einsatz von Gummischrot und Gummigeschossen
  • Weitere Konfrontation: Gegen 2 Uhr beim Henkerbrünnli
  • Ende: Kurz nach 3.40 Uhr
  • Strassensperrungen: Rund drei Stunden
  • Ermittlungen: Kantonspolizei Bern

Unbewilligte Kundgebung auf der Schützenmatte

Am Samstag, 17. Oktober 2026, haben sich kurz nach 23.20 Uhr auf der Schützenmatte in Bern zahlreiche Personen zu einer unbewilligten Spontankundgebung versammelt.

Es formierte sich in der Folge ein Umzug, der in Richtung Lorrainequartier zog.

Pyrotechnika gezündet – Demonstrierende missachten Polizeisperre

Während des Umzugs wurde mehrfach Pyrotechnika gezündet.

Die teils vermummten Demonstrierenden wurden am Ende der Lorrainebrücke durch die Polizeikräfte verbal abgemahnt und aufgefordert umzukehren.

Dieser Aufforderung wurde trotz Polizeisperrband und klaren Zeichen der Polizei nicht Folge geleistet.

Der Umzug entfernte das Sperrband und setzte sich weiter in Richtung der Polizeikräfte beim Känzeli weiter, worauf die Polizei erstmals gezielt Mittel einsetzte.

Angriffe auf Polizei – Gummischrot und Gummigeschosse eingesetzt

Umgehend wurden Pyrotechnika direkt auf die Einsatzkräfte abgefeuert und die Einsatzkräfte mit Wurfgegenständen angegriffen.

Um sich selbst zu schützen, mussten die Einsatzkräfte weiter Gummischrot und Gummigeschosse einsetzen.

Der Umzug zog sich in der Folge via Lorrainebrücke zurück auf die Schützenmatte, wo sich die Kundgebungsteilnehmenden längere Zeit auf dem Vorplatz der Reitschule aufhielten.

Die Polizeikräfte blieben derweilen vor Ort präsent.

Erneute Angriffe beim Henkerbrünnli

Gegen 2.00 Uhr kam eine Gruppe vom Vorplatz herkommend via Neubrückstrasse und griff die Einsatzkräfte am Henkerbrünnli mit Gegenständen an, worauf erneut Gummischrot eingesetzt werden musste.

Kundgebung endet nach 3.40 Uhr – Strassen gesperrt

Kurz nach 3.40 Uhr löste sich die Kundgebung auf der Schützenmatte endgültig auf.

Die betroffenen Strassenabschnitte waren für die Dauer der Kundgebung während rund drei Stunden gesperrt.

Kantonspolizei Bern ermittelt

Im Einsatz standen zahlreiche Einsatzkräfte der Kantonspolizei Bern.

Verletzt wurde gemäss aktuellem Kenntnisstand niemand. Die Ermittlungen wurden aufgenommen.

Polizei.news informiert | Sicherheit bei Grossveranstaltungen

Wenn eine Menschenmenge in Bewegung gerät: So bleibt man sicher

Bei Demonstrationen, Konzerten und anderen Grossveranstaltungen können sich Situationen rasch verändern. Besonders an Engstellen, auf Brücken oder in dicht gefüllten Strassen können plötzlich auftretende Menschenbewegungen gefährlich werden.

Wer sich in einer unübersichtlichen Menschenmenge befindet, sollte deshalb nicht nur das Geschehen unmittelbar vor sich, sondern auch mögliche Ausweichwege im Blick behalten.

Fünf praktische Sicherheitstipps

1. Abstand zu gefährlichen Gegenständen halten

Gezündete Feuerwerkskörper können schwere Verbrennungen und Augenverletzungen verursachen. Deshalb Abstand halten und nicht versuchen, bereits gezündete oder fehlgezündete Pyrotechnik aufzuheben.

2. Engstellen möglichst meiden

An Brücken, Durchgängen und schmalen Strassen kann sich eine Menschenmenge besonders stark verdichten. Wer merkt, dass der Bewegungsspielraum kleiner wird, sollte nach Möglichkeit frühzeitig einen weniger stark frequentierten Bereich aufsuchen.

3. Nicht gegen eine drängende Menschenmenge ankämpfen

Wenn von hinten starker Druck entsteht, kann abruptes Stehenbleiben oder Bewegen gegen die Menge das Sturzrisiko erhöhen. Möglichst aufrecht bleiben, die Arme vor dem Brustkorb halten und sich, soweit möglich, schrittweise in Richtung eines freien Bereichs bewegen.

4. Polizeisperren und Absperrungen beachten

Absperrungen können dazu dienen, Gefahrenbereiche freizuhalten, Verkehrsströme umzuleiten oder Menschenansammlungen zu trennen. Wer eine Sperrung antrifft, sollte die Anweisungen vor Ort beachten und einen freigegebenen Weg nutzen.

5. Bei Gefahr frühzeitig Abstand gewinnen

Wer Würfe von Gegenständen, gezielte Angriffe oder andere gefährliche Handlungen bemerkt, sollte sich aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich entfernen und keine unnötigen Risiken eingehen.

Warum Pyrotechnik in Menschenmengen besonders riskant ist

Feuerwerkskörper entwickeln je nach Bauart hohe Temperaturen, Funken und erheblichen Schalldruck. In dicht stehenden Menschenmengen können sich Betroffene oft nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Hinzu kommt, dass Rauch die Sicht verschlechtern und laute Knallgeräusche Schreckreaktionen auslösen können. In unübersichtlichen Situationen steigt dadurch das Risiko von Stürzen und Zusammenstössen.

Was tun bei einer Verletzung oder einem medizinischen Notfall?

Bei schweren Verletzungen oder akuten gesundheitlichen Problemen ist der Rettungsdienst unter 144 zu alarmieren. Besteht eine unmittelbare Gefahr durch Gewalt oder Angriffe, kann die Polizei über 117 verständigt werden.

Wer Hilfe leistet, sollte zuerst auf die eigene Sicherheit achten und Verletzte nicht unnötig bewegen, insbesondere wenn eine schwere Kopf-, Rücken- oder Halsverletzung vermutet wird.

 

Quelle: Kantonspolizei Bern / Polizei.news
Bildquelle: Symbolbild © Philipp Ochsner / Polizei.news






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