Nebel, nasse Strassen und frühe Dunkelheit: So kommen Sie sicher durch den Schweizer Herbst

Nebel am Morgen, nasse Strassen, tief stehende Sonne, rutschiges Laub und deutlich frühere Dunkelheit: Der Herbst verändert nicht nur das Wetter in der Schweiz, sondern bringt im Alltag auch neue Gefahren mit sich. Besonders im Strassenverkehr, beim Wandern und bei Aktivitäten im Freien können sich die Bedingungen innerhalb kurzer Zeit verändern.

sicherheit.ch und wetter24.ch zeigen, worauf es im Schweizer Herbst besonders ankommt – und welche einfachen Vorsichtsmassnahmen helfen, auch bei Nebel, Regen, Wind und sinkenden Temperaturen sicher unterwegs zu sein.

SICHERHEIT.CH × WETTER24.CH | HERBST 2026

6 Wettergefahren, die jetzt wieder wichtiger werden

Im Herbst wechseln Wetter und Sichtverhältnisse teilweise innerhalb weniger Stunden. Wer vorbereitet ist, kann viele Risiken deutlich reduzieren.

🌫️ Nebel: Sichtweite kann regional stark zurückgehen

🌧️ Regen: längerer Bremsweg und Aquaplaning-Gefahr

🍂 Laub: nasse Blätter können Strassen und Wege rutschig machen

🌅 Tief stehende Sonne: plötzlich starke Blendung möglich

🌬️ Wind: Äste und Gegenstände können zur Gefahr werden

🌙 Dunkelheit: Fussgänger und Velofahrer werden schlechter erkannt

Der Schweizer Herbst verlangt mehr Aufmerksamkeit

Ende September und im Oktober zeigt sich das Wetter in der Schweiz häufig ausgesprochen abwechslungsreich. Sonnige und milde Phasen können sich mit Regen, Nebel, Wind und deutlich kühleren Tagen abwechseln.

Hinzu kommen grosse regionale Unterschiede. Während im Mittelland Nebel liegen kann, scheint in höheren Lagen möglicherweise die Sonne. Umgekehrt können in den Bergen bereits winterliche Bedingungen auftreten, während es im Flachland noch angenehm mild ist.

Für Autofahrer, Velofahrer, Fussgänger und Wanderer bedeutet das: Nicht nur die Temperatur entscheidet über die Sicherheit.

1. Nebel: Wenn aus guter Sicht plötzlich wenige Meter werden

Nebel gehört zu den typischen Erscheinungen der kühleren Jahreszeit. Besonders in Niederungen, an Gewässern und in klassischen Nebelregionen kann sich die Sicht deutlich verschlechtern.

Für Autofahrer bedeutet schlechte Sicht automatisch: Geschwindigkeit reduzieren und genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten.

Problematisch ist, dass sich die Sichtverhältnisse auf einer einzigen Fahrt mehrfach verändern können. Nach einem Abschnitt mit guter Sicht kann bereits wenige Kilometer später dichter Nebel auftreten.

Auch Fussgänger und Velofahrer sollten berücksichtigen, dass sie von anderen Verkehrsteilnehmern bei Nebel deutlich später erkannt werden können.

2. Nasse Strassen verändern den Bremsweg

Regen gehört im Herbst zum Alltag. Für den Strassenverkehr ist dabei nicht nur starker Niederschlag relevant.

Schon eine dauerhaft nasse Fahrbahn verändert die Haftung zwischen Reifen und Strasse. Der Bremsweg kann länger werden.

Bei stärkerem Regen kann zusätzlich Aquaplaning auftreten. Dabei kann sich zwischen Reifen und Fahrbahn ein Wasserfilm bilden, wodurch der Kontakt zur Strasse teilweise verloren geht.

Besondere Vorsicht ist bei Wasseransammlungen und Spurrillen angebracht.

3. Nasses Laub kann überraschend rutschig werden

Eine typische Herbstgefahr wird leicht unterschätzt: Laub auf Strassen, Velowegen und Gehwegen.

Besonders wenn Blätter nass werden und sich mehrere Schichten übereinander sammeln, kann die Oberfläche rutschig werden.

Für Velos und Motorräder können Kurven, Bremsmanöver oder abrupte Richtungswechsel dadurch anspruchsvoller werden.

Auch Fussgänger sollten auf Wegen mit starkem Laubfall vorsichtig sein – insbesondere auf Gefällen, Treppen und glatten Untergründen.

🚗 Der Herbst-Check vor der Fahrt

  • Sind Scheiben und Spiegel sauber?
  • Funktionieren Abblendlicht und übrige Beleuchtung?
  • Sind Scheibenwischer in gutem Zustand?
  • Ist genügend Scheibenwaschflüssigkeit vorhanden?
  • Sind Reifen und Reifendruck in Ordnung?
  • Ist für die gesamte Strecke mit Nebel oder Regen zu rechnen?

4. Tief stehende Sonne: Sekunden können entscheidend sein

Nicht nur schlechtes Wetter kann im Herbst gefährlich werden.

Gerade sonnige Herbsttage bringen eine andere Herausforderung: Die Sonne steht morgens und am späteren Nachmittag zunehmend tief.

Wer direkt in die Sonne fährt, kann kurzfristig stark geblendet werden. Verschmutzte oder beschlagene Scheiben können den Effekt zusätzlich verstärken.

Eine saubere Frontscheibe, funktionierende Scheibenwischer und eine griffbereite Sonnenbrille können deshalb im Herbst besonders hilfreich sein.

5. Frühe Dunkelheit verändert den Strassenverkehr

Mit fortschreitendem Herbst werden die Tage spürbar kürzer.

Damit verlagert sich ein grösserer Teil des Berufs- und Freizeitverkehrs in die Dämmerung oder Dunkelheit.

Besonders Fussgänger, Kinder, Velofahrer und Personen auf Trottinetts sollten deshalb darauf achten, gut sichtbar zu sein.

Helle Kleidung und reflektierende Elemente können die Erkennbarkeit verbessern.

Autofahrer sollten gleichzeitig damit rechnen, dass Personen am Strassenrand oder auf Fussgängerstreifen bei Dunkelheit später wahrgenommen werden.

6. Beschlagene Scheiben: Erst freie Sicht, dann losfahren

Kühle Aussentemperaturen und Feuchtigkeit sorgen im Herbst häufig dafür, dass Autoscheiben beschlagen.

Eine kleine freigewischte Fläche reicht für eine sichere Fahrt nicht aus.

Vor dem Losfahren sollten Frontscheibe, Seitenscheiben und Spiegel ausreichend freie Sicht ermöglichen.

Klimaanlage beziehungsweise Lüftung können helfen, Feuchtigkeit aus dem Innenraum zu entfernen.

7. Herbststürme: Vorsicht unter Bäumen und im Wald

Starker Wind kann Äste abbrechen, Gegenstände verschieben oder Baustellenmaterial erfassen.

Bei Sturm sollten Wälder und Bereiche unmittelbar unter grossen Bäumen besonders vorsichtig beurteilt werden.

Auch lose Gegenstände auf Balkonen, Terrassen und in Gärten können bei kräftigem Wind zu einer Gefahr werden.

Wer eine offizielle Unwetterwarnung erhält, sollte diese ernst nehmen und geplante Aktivitäten entsprechend anpassen.

8. In den Bergen kann der Herbst bereits Winter bedeuten

Ein sonniger Oktobertag im Mittelland sagt wenig darüber aus, welche Bedingungen auf 2’000 Metern herrschen.

Mit zunehmender Höhe sinkt die Temperatur. In höheren Lagen können deshalb Schnee, Eis und winterliche Wegverhältnisse auftreten, obwohl es im Tal noch herbstlich mild ist.

Vor einer Wanderung sollten deshalb nicht nur die Wetterprognose für den Ausgangsort, sondern auch Temperatur, Niederschlag und Wind auf der tatsächlichen Höhe der Tour geprüft werden.

9. Die Tage werden kürzer – besonders wichtig beim Wandern

Eine Tour, die im Juli problemlos am späten Nachmittag begonnen werden kann, kann im Oktober zeitlich bereits kritisch werden.

Wanderer sollten deshalb den Sonnenuntergang in ihre Planung einbeziehen und genügend Reserve einrechnen.

Zusätzlich gehören im Herbst warme Kleidung, Regen- beziehungsweise Windschutz und ein geladenes Mobiltelefon zur sinnvollen Grundausstattung.

Eine kleine Stirnlampe kann ebenfalls hilfreich sein – sollte aber nicht dazu verleiten, eine Tour unnötig spät zu beginnen.

10. Temperaturunterschiede werden leicht unterschätzt

Herbsttage können morgens ausgesprochen kühl beginnen und am Nachmittag noch einmal angenehm warm werden.

Umgekehrt können die Temperaturen nach Sonnenuntergang schnell zurückgehen.

Das sogenannte Zwiebelprinzip eignet sich deshalb besonders gut: Mehrere Kleidungsschichten lassen sich flexibel an wechselnde Bedingungen anpassen.

Gerade bei längeren Aufenthalten im Freien sollte die Kleidung nicht nur auf die Temperatur beim Start abgestimmt werden.

11. Wetterwarnungen vor der Abfahrt prüfen

Ein Blick aus dem Fenster reicht nicht immer aus, um die Wetterentwicklung der kommenden Stunden einzuschätzen.

Vor längeren Fahrten, Wanderungen oder Ausflügen sollte deshalb die aktuelle Wetterprognose geprüft werden.

Bei angekündigtem Starkregen, Sturm, Gewittern oder Schneefall können offizielle Warnungen zusätzliche Hinweise liefern.

Besonders wichtig: Wetterwarnungen beziehen sich auf bestimmte Regionen und Gefahrenstufen. Deshalb sollte geprüft werden, ob die eigene Route beziehungsweise Destination betroffen ist.

12. Auch zuhause auf Herbstwetter vorbereitet sein

Herbstliche Wettergefahren betreffen nicht nur Menschen unterwegs.

Vor angekündigtem starkem Wind lohnt sich ein kurzer Rundgang um Haus, Garten, Terrasse und Balkon.

Lose Gegenstände können gesichert oder ins Gebäude gebracht werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • leichte Gartenmöbel
  • Sonnenschirme
  • Blumentöpfe
  • Dekorationen
  • Werkzeuge und Gartengeräte
  • andere lose Gegenstände auf Balkonen und Terrassen

🌦️ SICHERHEIT.CH × WETTER24.CH

Was verlangt das Herbstwetter?

Nicht jeder Herbsttag bringt dieselben Gefahren. Wetterlage, Tageszeit und geplante Aktivität entscheiden darüber, worauf besonders geachtet werden sollte.

🌫️

Nebel?

Geschwindigkeit reduzieren, Abstand erhöhen und auf gute Sichtbarkeit achten.

→ Sicht entscheidet

🌧️

Starker Regen?

Fahrweise anpassen und Wasseransammlungen besonders vorsichtig passieren.

→ Tempo anpassen

🌬️

Starker Wind?

Wälder meiden und lose Gegenstände rund ums Haus rechtzeitig sichern.

→ Umgebung prüfen

🥾

In die Berge?

Wetter auf der tatsächlichen Höhenlage sowie Wegverhältnisse und Tageslicht prüfen.

→ Tour neu beurteilen

⚠️

Warnung aktiv?

Offizielle Warnungen beachten und Aktivitäten bei Bedarf verschieben oder anpassen.

→ Sicherheit geht vor

🍂 Die wichtigste Herbstregel

Nicht das typische Herbstwetter ist das Problem, sondern eine Situation, auf die man nicht vorbereitet ist.
Wetter prüfen, Bedingungen richtig einschätzen und Verhalten frühzeitig anpassen.

Wetter und Sicherheit gehören im Herbst zusammen

Nebel, Regen, Wind und Dunkelheit gehören zum Schweizer Herbst. Gefährlich werden sie vor allem dann, wenn Geschwindigkeit, Ausrüstung oder Planung nicht zu den tatsächlichen Bedingungen passen.

Wer vor der Fahrt oder einem Ausflug kurz die Wetterlage kontrolliert, genügend Zeit einplant und bei schlechteren Bedingungen bewusst vorsichtiger handelt, kann viele Risiken reduzieren.

Gerade im Herbst lohnt sich deshalb eine einfache Gewohnheit: erst Wetter und Warnungen prüfen – und danach entscheiden, welche Vorbereitung für den Tag notwendig ist.

Stand: 27. September 2026. Wetterbedingungen und Warnlagen können sich kurzfristig verändern. Vor Fahrten, Wanderungen und anderen Aktivitäten im Freien sollten die aktuellen Wetterprognosen und offiziellen Warnungen geprüft werden.

 

Quellen: Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz; Bundesamt für Strassen ASTRA; Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU.
Titelbild: Symbolbild © Roxana Bashyrova – shutterstock.com






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