Niedergesteln VS: Air Zermatt rettet 3 Personen mit 50-Meter-Longline aus Jolischlucht (Video)

Eine aussergewöhnlich anspruchsvolle Rettungsaktion hat die Crew der Air Zermatt am Freitagabend in der Jolischlucht bei Niedergesteln VS durchgeführt.

Drei Personen waren in der tief eingeschnittenen Schlucht blockiert. Um sie zu retten, musste ein Rettungsspezialist an einer 50 Meter langen Longline bis zum Grund der Schlucht abgesenkt werden. Für Pilot und Retter bedeutete der Einsatz höchste Präzision und uneingeschränktes gegenseitiges Vertrauen.

Am Freitagabend wurde die Air Zermatt von der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation KWRO (Notrufnummer 144) alarmiert, nachdem drei Personen in der Jolischlucht bei Niedergesteln in eine Notlage geraten waren und die Schlucht nicht mehr selbstständig verlassen konnten.

Bereits der Rekognoszierungsflug zeigte, wie anspruchsvoll eine Rettung werden würde: Die Schlucht ist stellenweise lediglich zwei Meter breit und bis zu 50 Meter tief. Aus dem Cockpit ist ihr Grund nicht zu sehen; die Crew blickte aus der Luft praktisch in ein schwarzes Loch.

Zusätzlich führte der Jolibach zu diesem Zeitpunkt wegen eines Gewitters viel Wasser. Nach intensiver Suche gelang es der Besatzung schliesslich, die drei Personen unter einem Felsblock tief in der Schlucht zu lokalisieren.



Der Retter wird 48 Meter in die Tiefe geflogen

Für die eigentliche Rettung kam ein Rettungsspezialist der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation KWRO an einer 50 Meter langen Longline zum Einsatz. Der Pilot der Air Zermatt flog den Retter über die Schlucht und liess ihn anschliessend immer tiefer zwischen den steilen, engen Felswänden hinunter.

Je tiefer der Rettungsspezialist in die enge Schlucht abgesenkt wurde, desto weniger konnte der Pilot ihn sehen. Schnell hatte der Pilot vom Cockpit aus keinerlei direkte Sicht mehr auf den Retter und dessen unmittelbare Umgebung. Er musste den Helikopter präzise in Position halten und sich vollständig auf die Funksprüche und Anweisungen des Rettungsspezialisten verlassen. Auf diese Weise wurde der Retter 48 Meter tief in die Schlucht abgesenkt.




Zentimeterarbeit im Zusammenspiel von Piloten und Retter

Am Boden der Schlucht gelang es dem Rettungsspezialisten, die drei blockierten Personen für den Transport an der Longline vorzubereiten. Anschliessend begann der ebenso anspruchsvolle Weg zurück nach oben.

Der Pilot flog den Rettungsspezialisten und die drei Personen senkrecht aus der engen Schlucht. Dabei musste jede Bewegung des Helikopters exakt mit den Anweisungen des Retters abgestimmt werden, um genügend Abstand zu den Felswänden zu gewährleisten.

Die drei Personen konnten schliesslich sicher aus der Jolischlucht ausgeflogen und in Niedergesteln abgesetzt werden. Sie blieben unverletzt.

 

Quelle: Air Zermatt
Bildquelle: Air Zermatt






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