Schweiz: Über 5'500 Fahrzeuge stillgelegt – Kontrollen decken Mängel auf
Bund und Kantone haben im Jahr 2025 insgesamt 124 877 Lastwagen, Busse und Lieferwagen kontrolliert.
Damit blieb die Gesamtzahl der Kontrollen gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil (- 2 %). Dies geht aus der Statistik der Schwerverkehrskontrollen der Bundesämter für Strassen (ASTRA) und für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) hervor.
Statistik der Schwerverkehrskontrollen 2025
Schwerverkehrskontrollen erhöhen die Verkehrssicherheit, verbessern die Einhaltung der Vorschriften und tragen zu fairem Wettbewerb im Transportgewerbe bei. Seit über 20 Jahren führen die Kantone im Auftrag des Bundes entsprechende Kontrollen durch – sowohl direkt auf den Strassen als auch in Schwerverkehrskontrollzentren (SVKZ) entlang der Nationalstrassen. Ergänzend überprüft auch das BAZG Fahrzeuge und Chauffeure im Rahmen von Zollkontrollen. So wird sichergestellt, dass technisch mangelhafte oder überladene Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen und Vorschriften zu Arbeits- und Ruhezeiten eingehalten werden. Die Daten zu den Kontrollen werden seit 2008 erhoben; die entsprechende Statistik publiziert das ASTRA seit 2018.
Verlagerung zu vertiefteren Kontrollen vor Ort
Bei den Schwerverkehrskontrollen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 25 868 Fahrzeuge beanstandet. In rund 5500 Fällen waren die Mängel so gravierend, dass die Weiterfahrt verwehrt werden musste, das sind praktisch gleich viele wie 2024.
In den neun in der ganzen Schweiz verteilten SVKZ des Bundes wurden im letzten Jahr 55 244 Fahrzeuge überprüft, das sind 9 Prozent mehr als 2024. Diese Entwicklung ist strukturell bedingt: Mit der Eröffnung neuer Kontrollzentren – etwa in Oensingen (A1 SO) und Giornico (A2 TI) – verlagern die Kantone Ressourcen von mobilen Einsätzen hin zu stationären Kontrollen. Diese ermöglichen umfassendere und technisch vertiefte Prüfungen.
Im vergangenen Jahr gingen derweil die mobilen Polizeikontrollen (- 7 %) sowie die Kontrollen des BAZG (- 12 %) zurück.
Lieferwagen häufiger überprüft
Lieferwagen transportieren auf den Nationalstrassen zunehmend mehr Güter. Entsprechend wurden sie 2025 häufiger kontrolliert. In den SVKZ überprüften die Behörden 5331 Lieferwagen, 71 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei wurden 1150 Lieferwagen beanstandet (+ 62 %), in 324 Fällen wurde die Weiterfahrt untersagt (+ 115 %).
Zunahme technischer Mängel
Die Zahl der Beanstandungen aufgrund technischer Mängel stieg bei allen Fahrzeugen um 18 Prozent auf 8282 Fälle. Besonders deutlich nahmen die Fälle von Abgastrübung zu: Diese erhöhten sich von 177 auf 365 (+ 106 %).
Ein wesentlicher Teil dieser Zunahme betrifft Lieferwagen. Es wurden 149 Fälle festgestellt (2024: 19). Erhöhte Abgastrübung kann auf unzulässige Manipulationen an Abgasnachbehandlungssystemen oder an der Motorsteuerung hinweisen. Solche Eingriffe verschaffen einzelnen Marktteilnehmenden unzulässige Wettbewerbsvorteile und beeinflussen die Umweltbilanz negativ.
Quelle: ASTRA
Bildquelle: ASTRA
